Brustkrebs: Eine neue Studie aus der Schweiz belegt die Toxizität von Aluminiumsalzen und das Risiko im Zusammenhang mit Deodorants

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Eine zellbiologische Studie, die von Forschern der Fondation des Grangettes durchgeführt wurde, belegt erstmals, dass Brustzellen, die in vitro Aluminiumsalzen (Aluminiumchlorid) ausgesetzt werden, bei Mäusen leichter Tumoren und Metastasen bilden. Die Studie wurde hauptsächlich von einer privaten Genfer Stiftung und der Genfer Krebsliga finanziert und in der Fachzeitschrift International Journal of Cancer bereits veröffentlicht. Sie erhärtet die 2012 von denselben Autoren veröffentlichten Beobachtungen an menschlichen Zellkulturen. Die neuen Ergebnisse bringen einen massgeblichen Fortschritt bei der Ermittlung von Beweisen für die Toxizität von Aluminiumsalzen für die Brustdrüse und ihre mögliche Rolle bei der Entstehung von Brustkrebs.

Der Anstieg der Brustkrebsfälle in den Industrieländern, der in den vergangenen Jahrzehnten konstatiert wurde, bleibt weitgehend unerklärt. Zwar wird davon ausgegangen, dass Umweltfaktoren wesentlich zur Entstehung von Krebs beim Menschen beitragen, doch bisher wurde keine Substanz aus der Umwelt eindeutig als Ursache für diese „Epidemie“ identifiziert. Da sich Brustkrebs vorwiegend in den äusseren Bereichen der Brustdrüse, also in der Nähe der Achselhöhle bildet, ist die potenzielle Schädlichkeit von Deodorants seit langem im Gespräch. Die meisten Deodorants enthalten hohe Konzentrationen an Aluminiumsalzen; diese sind nachweislich in der Lage, die Hautdecke zu durchdringen, und es wurde aufgezeigt, dass sie sich in der menschlichen Brustdrüse ansammeln. Bisher konnte jedoch die angebliche Unschädlichkeit von Aluminiumsalzen für die menschlic Gesundheit kaum durch experimentelle oder epidemiologische Daten in Frage gestellt werden.

Dr Stefano Mandriota Dr André-Pascal Sappino
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Ein Team von Dr. Stefano Mandriota und Dr. André-Pascal Sappino (Onkologiezentrum der Clinique des Grangettes) hat die an der medizinischen Fakultät der Universität Genf eingeleiteten Experimente an der Fondation des Grangettes fortgeführt. Dem Team ist es nun gelungen, aufzuzeigen, dass Brustzellen aus Kulturen mit Aluminiumkonzentrationen, die den in der menschlichen Brustdrüse gemessenen Konzentrationen entsprechen, beim Tier Tumoren mit sehr aggressivem Verhalten hervorrufen können – d.h. Krebs, der zahlreiche Metastasen bildet.
Die Studie bestätigt, dass Brustzellen von Mäusen, die Aluminiumsalzen ausgesetzt wurden, genau wie die menschlichen Brustzellen eine Reihe Veränderungen aufweisen, die für eine bösartige Transformation charakteristisch sind. Die Forscher zeigten insbesondere auf, dass Aluminiumsalze eine Häufung von Mutationen im Genom der betroffenen Zellen verursachen, was ein bekanntes Merkmal von Krebszellen ist.

Selbstverständlich sind zusätzliche Studien erforderlich, um die Rolle von Aluminiumzellen bei der Entstehung von Brustkrebs besser zu verstehen. Die beschriebenen neuen Erkenntnisse stellen jedoch ein weiteres signifikantes Beweisstück gegen diese körperfremde Substanz dar und sollten unsere Gesundheitsbehörden veranlassen, ihren Einsatz in der Kosmetikindustrie zu beschränken. Schliesslich müssen wir darauf hinweisen, dass die Geschichte des Einsatzes der Aluminiumsalze an den dramatischen Fall des Asbests erinnert: Die verheerenden Auswirkungen dieser kostengünstigen Substanz mit attraktiven Eigenschaften für die Industrie wurden jahrzehntelang bei den gängigen toxikologischen Screeningtests der Industrie nicht ermittelt.


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Voxia communication
Michel Donath
+41 43 344 98 48
michel.donath@voxia.ch

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