Ghostwriting

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Ein guter Fragekatalog ist die Hälfte der Miete

Qualitativer Content aus professioneller Feder ist nach wie vor gefragt. Wo auf Unternehmensseite die Ressourcen Zeit und Musse fehlen, machen sich deshalb Ghostwriter ans Werk. Mit einem massgeschneiderten Fragekatalog wird wertvolles Expertenwissen zu Tage befördert und zu repräsentativen Artikeln geformt.

Ghostwriter helfen Experten, ihr Know-how zu verschriftlichen. Sie bleiben immer anonym.

Der Text zum Gastbeitrag eines unserer Kunden in der NZZ ist soweit gediehen, dass wir ihn zur Abnahme dem Mandanten zustellen können. Mit Bitte um kritische Durchsicht und Korrektur, wie wir ihm in unserem Begleitmail schreiben. Nun wird es spannend. Wie wird das Manuskript aussehen, wenn er es uns nach der erbetenen Frist von drei Tagen zurückschickt? Der Veränderungsmodus ist aktiviert. Er kann schalten und walten, wie er will. Ist alles rot, weil viel geändert wurde? Oder beschränken sich seine redaktionellen Hinweise auf ein paar Details? Die Stunde der Wahrheit naht. Seine Antwortmail ist soeben eingegangen. Beim Öffnen des Anhangs steigt der Puls, auch mit dreissig Jahren Berufserfahrung. Und dann die Erleichterung: die Anpassungen sind lediglich ‘minimalinvasiv’. Offenbar hat unser Entwurf inhaltlich überzeugt.

Gliedern heisst vereinfachen

Ob es sich um Gastbeiträge in einem Verlagsmedium oder um Artikel in einem unternehmenseigenen Medium, Print oder online handelt – die qualitative Messlatte liegt hoch. Zwar sollen auch von uns verfasste Beiträge Lesenden möglichst viel Anreiz bieten, doch Ziele im Bereich von Informations- und Botschaftsvermittlung sind erheblich wichtiger als der Unterhaltungswert. Deshalb sind die Themen, die es zu be- und erarbeiten gilt, meist komplex. Pro Beitrag steht allerdings nur eine begrenzte Zeichenzahl zur Verfügung, an die wir uns zu halten haben. Somit können wir nicht bei Adam und Eva beginnen, sondern wollen im Text möglichst schnell zum Kern der Sache vordringen. Reduktion und Konzentration hiessen die Zauberworte, die wir mit einem ausgefeilten Fragekatalog erreichen, den wir dem Inputpartner vorgängig zustellen. Mit dem Hinweis, dass er sich stichwortartig vorbereiten möge. Mehr nicht, weil sonst die Kreativität im gegenseitigen Austausch während dem Gespräch leidet.

Respektierter Interviewer…

Je nach Vorwissen und Schwierigkeitsgrad des Themas kann die Vorrecherche und das Aufsetzen eines qualifizierten Fragekatalogs recht zeitintensiv sein. Wir überlegen uns unter anderem, fast wie in einer Schachpartie, wie wir mit einer originellen Frage in das Gespräch einsteigen. Sodann bilden wir sinnvolle Unterthemen, zu denen wir in der Regel zwei bis vier spezifische Fragen vorbereiten. Selbstverständlich achten wir darauf, dass es sich vorwiegend um offene Fragen handelt, welche das Gegenüber bewusst schon vor dem Gespräch zur Reflexion anregen. Es ist ein schöner Moment, wenn der Gesprächspartner bei der Begrüssung meint: «Das sind übrigens wirklich interessante Fragen, die Sie mir stellen.» Damit ist nicht nur das Eis gebrochen, sondern es zeigt auch: Der Interviewte respektiert den Recherchierenden; der folgende Austausch findet auf Augenhöhe statt.

… der das Gespräch führt

Das ist ein zentraler Erfolgsfaktor. Denn die Expertise, was Leser als attraktive Storyline überzeugen kann, liegt bei uns als Kommunikationsprofis. Unsere Gesprächspartner, vom CEO bis zum Produkt-Engineer, sind darauf angewiesen, dass wir die Brücke zwischen ihrer Expertenwelt und der Welt der Lesenden, den Dialoggruppen elegant schlagen. Sprachlich ist es daher durchaus aufschlussreich, dass der Recherchierende ein Interview führt. Alles, was der Interviewte sagt, überprüft er laufend auf seine Verständlichkeit und Verwertbarkeit in der Storyline. Sind einzelne Inhalte noch zu abstrakt oder noch zu unscharf formuliert, ist konsensorientiertes Nachhaken angezeigt, zum Beispiel mit einer Rückfrage: «Denken Sie, dass unsere Lesenden dies so nachvollziehen können?»  So gräbt das Duo Interviewer und Interviewter dann zuverlässig jene Goldnuggets aus, die der Schreiberling danach in seiner Werkstatt zu einem schönen Textgeschmeide formt.

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